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Fachtagung „Analog. Digital. Sicher. Schutzkonzepte für eine starke Schulkultur“ am 24. Februar 2026 in Greifswald

Die Fachtagung mit dem Titel „Analog. Digital. Sicher. Schutzkonzepte für eine starke Schulkultur“ war eine Kooperationsveranstaltung des Innenministeriums - Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung- mit der Universität Greifswald und dem Medienpädagogischen Zentrum des Ministeriums für Bildung und Kindertagesförderung. Im Fokus standen die Prävention sexualisierter Gewalt, die Beteiligung von Schülerinnen und Schülern an Schutzprozessen sowie die Handlungssicherheit bei Verdachtsfällen. 

Social Media, Online-Spiele und Messenger Chats gehören für Kinder und Jugendliche heute zum Alltag – persönliche Treffen mit Freundinnen und Freunden werden nicht selten durch digitale Begegnungen ersetzt. Junge Menschen stehen somit täglich im Spannungsfeld zwischen intensiver Mediennutzung und realer Lebenswelt. Um Kinder und Jugendliche wirksam vor Gewalt, Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt zu schützen, sind tragfähige Schutzkonzepte und eine starke, präventiv ausgerichtete Schulkultur notwendig.

Darüber haben sich rund 400 Expertinnen, Experten, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte von Schulen und der Jugendhilfe, der Landeskinderschutzbund sowie Vertreter*innen kommunaler Präventionsräte sowie der Polizei bei der Kinder- und Jugendmedienschutztagung Mecklenburg-Vorpommern am 24. Februar 2026 in der Universität Greifswald beraten und ausgetauscht. Schutzkonzepte sind ein zentrales Instrument der Gewaltprävention – in der Schule ebenso wie im digitalen Raum. Der wirksame Schutz von Kindern und Jugendlichen gelingt nur im engen Zusammenspiel von Bildung, Prävention und Sicherheitsbehörden. Die Fachtagung hat hierfür einen wichtigen Rahmen geschaffen, um diejenigen zu vernetzen, die Verantwortung tragen und mit ihnen gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

In Gesprächsforen, Fachvorträgen und zwölf praxisnahen Workshops haben Expertinnen und Experten aus Bildung, Psychologie, Wissenschaft, Polizei, Justiz sowie der Kinder- und Jugendhilfe konkrete Handlungsmöglichkeiten beleuchtet. Impulse gaben unter anderem Prof. Dr. Simone Pülschen und Dr. Elisabeth Quendler-Adamo. Die Unabhängige Beauftragte gegen sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) Kerstin Claus warb eindringlich in ihrer Videogrußbotschaft für in Schulen gelebte Schutzkonzepte. Die Details entnehmen Sie bitte der angefügten Einladung.

Mecklenburg-Vorpommern hat in den vergangenen Jahren viele Maßnahmen zur Stärkung des Kinderschutzes und der Gewaltprävention an Schulen auf den Weg gebracht. Das Bildungsministerium hat mit dem neuen Anti-Gewalt-Konzept und der landesweiten Aufklärungskampagne zu den Themen psychische Belastungen und sexualisierte Gewalt den Kinderschutz und die Gewaltprävention an unseren Schulen zusätzlich gestärkt. Zugleich setzt das Land auf die kontinuierliche Sensibilisierung und Qualifizierung von Lehrkräften, damit sie handlungssicher werden. Das Medienpädagogische Zentrum bietet hierzu Fortbildungen im Bereich der Medienbildung, Digitalisierung und Prävention in unterschiedlichen Veranstaltungen an. Auch die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Bildungs- und Innenressort, insbesondere im und mit dem Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung, trägt dazu bei, Schutzräume zu schaffen – in der Schule, im digitalen Raum und im gesellschaftlichen Umfeld.  

Das Ergebnis der Tagung wurde in einem anschaulichen Grafic Recording festgehalten.

5. Interdisziplinäre Opferschutztagung „Hände weg! Schutz von Kindern vor häuslicher und sexualisierter Gewalt“ am 24. November 2025 in Stralsund

Rund 200 Fachkräfte haben am 24. November 2025 auf der 5. Interdisziplinäre Opferschutztagung beraten, die von Innenminister Christian Pegel und Justizministerin Jacqueline Bernhardt eröffnet wurde. Die Veranstaltung markierte zugleich den Beginn der Internationalen Woche zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Kinder. In diesem Jahr stand ein Thema im Mittelpunkt, das besonders sensibel und dringend ist: der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor häuslicher und sexualisierter Gewalt.

"Dieser Fachtag dient insbesondere der Sensibilisierung und praktischen Hinweisen im Umgang mit Kindern, die häusliche oder sexualisierte Gewalt erleben," so Innenminister Christian Pegel. "Jedes Kind hat ein Recht darauf, vor Gewalt geschützt zu werden und Hilfe zu erhalten, ganz gleich, ob es um körperliche oder emotionale Misshandlung, sexuellen Missbrauch oder Vernachlässigung geht. Wenn Kinder oder Jugendliche von Gewalt zu Hause, in der Schule oder der Kita erzählen, sollten wir ihnen zuhören und sie ernst nehmen. Dazu kann jede und jeder von uns beitragen."

Rund 200 Fachkräfte aus Polizei, Justiz, Beratungsstellen, Frühen Hilfen, Kinderschutzeinrichtungen, Schulen sowie aus psychologischen und medizinischen Bereichen kamen ins Rathaus in Stralsund. Die hohe Beteiligung beweist das Bedürfnis nach Austausch und gemeinsamer Verantwortung.

Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt hob hervor: "Das Recht auf Schutz und Beratung haben wir erst vor kurzem mit den Stimmen Mecklenburg-Vorpommerns im Gewalthilfegesetz des Bundes festgeschrieben. Dieses wichtige Zeichen an alle Opfer, eben auch an die Kinder, war überfällig. Wir als Landesregierung setzen alles daran, die Strukturen des Hilfe- und Beratungsnetzes zu festigen. Wir arbeiten engagiert an der Umsetzung der Istanbul-Konvention. Auf unsere Initiative hin wurde die Bundesministerin der Justiz gebeten, den Wegfall des Antragserfordernisses bei der psychosozialen Prozessbegleitung zu prüfen. Außerdem werden in Mecklenburg-Vorpommern die Familienrichterinnen und Familienrichter zum Thema Gewalt an Frauen und Kindern sensibilisiert. Kein Mensch, dem Gewalt angetan wurde, darf allein gelassen werden."

Auf der Tagung führten Expertinnen und Experten in die Grundlagen der Istanbul-Konvention ein. Sie gaben Einblicke in Themen wie frühe Präventionsansätze oder angemessenes Frageverhalten bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung. In sieben Workshops tauschten sich die Teilnehmenden intensiv aus. Die Details zu den Workshops entnehmen Sie bitte dem Einladungsflyer in der Dokumentenübersicht. Im Mittelpunkt standen unter anderem Erfahrungen aus der Beratungsarbeit, Erkenntnisse aus der Polizeiarbeit, Beiträge aus der Rechtsmedizin, juristische Fragestellungen sowie kommunale Herausforderungen. Viele der Teilnehmenden brachten ihre eigenen beruflichen Erfahrungen ein und diskutieren konkrete Handlungsmöglichkeiten.

Symposium „Gewaltschutzstrategie für M-V?“

Auf Initiative der Mitglieder der AG Opferschutz des Landesrates für Kriminalitätsvorbeugung (LfK) hatte der Vorstand des LfK die AG Opferschutz beauftragt, ein Symposium für eine mögliche „Gewaltschutzstrategie M-V“ durchzuführen.

Hintergrund ist folgender: Alle Betroffene von Straftaten dürfen nicht alleine gelassen werden. Mit einer Gewaltschutzstrategie M-V soll erreicht werden, dass jede und jeder Betroffene einer Straftat Hilfe erfährt, wenn sie gebraucht wird. Die Verfolgung von Straftaten ist nur eine Seite der Medaille, der Umgang mit den Geschädigten die andere. Opferschutz und die Unterbindung künftiger Gewalt- und Straftaten, gerade im Bereich der häuslichen Gewalt, sind extrem wichtig. Eine Gewaltschutzstrategie soll zur Unterstützung von Betroffenen von Straftaten beitragen und einen effektiven Opferschutz beinhalten. Zukünftig sollten Menschen, die eine Gewalt- oder Straftat erfahren, über ihre Rechte Bescheid wissen und unterstützt werden. Die Mitglieder der AG Opferschutz, die interdisziplinär mit zwanzig Mitgliedern besetzt ist, hat folgende Leitgedanken bzw. Ziele im Blick:

Ziele einer solchen Gewaltschutzstrategie?

  1. Wirksame Kommunikation mit den Opfern und ein sicheres Umfeld, in dem die Opfer Straftaten anzeigen können.

    Allzu oft kennen die Opfer ihre Rechte nicht oder scheuen aus Angst vor dem Täter oder vor negativen Folgen davor zurück, die Straftat anzuzeigen. Dazu gehört, Polizeibeamt*innen für die Opferrechte zu sensibilisieren und die Verringerung sekundärer Viktimisierung zu thematisieren.

  2. Verbesserung der Unterstützung und des Schutzes der Opfer

    Ziel ist es auch, das bestehende Beratungsnetz sichtbarer zu machen und mit dem Fokus auf die Opfer weiter zu stärken. Jede/r Gewaltbetroffene soll wissen, dass es ein professionelles Beratungsnetz gibt, an das sie/er sich in allen Lebenslagen und ohne Hemmungen frühzeitig wenden kann. Die Sichtbarkeit des Beratungsnetzes soll erhöht werden. Alle Opfer sind schutzbedürftig, manche von ihnen in besonderem Maße: Kinder, ältere Menschen, Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt, von häuslicher Gewalt, von Hassdelikten, Terroropfer sowie Opfer mit Behinderungen. Der Opferschutz kann durch die Einführung von Mindeststandards für den physischen Schutz von Opfern weiter gestärkt werden. Spezialisierte Unterstützungsdienste für die Opfer sollen eingerichtet und verstetigt werden: Als Beispiele seien genannt: Childhoodhäuser, Kinderschutzambulanzen, Familienhäuser. Schutzbedürftige Opfer sollen fachkundige Hilfe erhalten, z. B. psychologische Unterstützung, solange dies je nach ihren individuellen Bedürfnissen nötig ist.

  3.  Erleichterung des Zugangs zur Justiz

    Der Zugang zur Justiz soll einfacher werden, indem die Opfer ausreichende Unterstützung vor Gericht erhalten und unabhängig von ihrem Status im Verfahren in die Lage versetzt werden, Entscheidungen im Strafverfahren, die ihre Rechte betreffen, zu verstehen und ggfs. anzufechten. Sie sollen die Möglichkeit haben, den Opferhilfebeauftragten der Justiz zu kontaktieren und Unterstützung erlangen. Auch auf die Psychosoziale Prozessbegleitung für Betroffene schwerer Gewalt, gerade bei Kindern und Jugendlichen, sollte viel mehr hingewiesen werden. Der bundesgesetzlich verankerte Anspruch auf psychosoziale Prozessbegleitung besteht bereits 2017 – und wird doch oft nicht genutzt.

  4.  Stärkung der Zusammenarbeit und Koordinierung zwischen allen relevanten Akteuren

    Ausbau der Zusammenarbeit und Koordinierung zwischen den Akteuren im Bereich der Opferrechte nach dem Motto: „Wir kennen uns und arbeiten gemeinsam, um die Schädigung der Gewaltbetroffenen zu mindern“.

     

Am 27. August 2025 fand das Symposium Gewaltschutzstrategie im Auftrag des Ministers für Inneres und Bau Christian Pegel mit rund 100 Teilnehmenden in der FHöVPR in Güstrow statt. Die Vorsitzenden der AG Opferschutz im Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung, Frau Prof. Dr. Rita Bley und Frau Prof. Dr. Britta Bockholdt, eröffneten die Veranstaltung.

Zunächst wurden ausgewählte kriminologische Befunde zur Phänomenologie der Gewaltkriminalität vorgestellt, gefolgt von Ausführungen zur Gewaltschutz- und Kinderschutzambulanz in MV. Zusammenfassend wurde festgestellt, dass die Anzeigebereitschaft nach Gewalttaten gering ist und erhöht werden muss, nur ein Bruchteil der Opfer nimmt das Beratungs- und Hilfenetzwerk in Anspruch und Minderjährige als Opfer von Gewalt sollten fokussiert werden. Eine Stärkung der Vernetzung der anwesenden Professionen wird angestrebt mit Austausch gemeinsamer Erfahrungen und einer strategischen Ausrichtung auf die bevorstehenden Herausforderungen.

Es sollte die Frage beantwortet werden: Sind unsere derzeitigen Strukturen umfassend, zukunftsstark und ausreichend miteinander verbunden?

Anschließend begrüßte der Minister für Inneres und Bau Christian Pegel das Auditorium und machte deutlich, dass MV bewusst über die bundesweite Strategie, die den Fokus auf die häusliche Gewalt legt, hinausgehen will „Wir gehen heute einen Schritt weiter und nehmen alle Opfer von Straftaten in den Blick. Es darf keine Rolle spielen, unter welchen Umständen eine Straftat begangen wurde – jede und jeder Betroffene muss seine Rechte kennen und Unterstützung erhalten“. Ein besonders wichtiges Standbein des bestehenden Gewaltschutzsystems ist das Beratungs- und Hilfenetz. Der Minister betont, dass die Träger und Fachkräfte nicht nur Unterstützung für Betroffene leisten, sondern auch für gewaltausübende Personen auf dem Weg in ein gewaltfreies Leben.  Er stellt fest, „mit unserem Ansatz in Mecklenburg- Vorpommern sind wir auf dem richtigen Weg“.

Justizministerin Bernhardt stellt in ihrem digitalen Grußwort heraus, dass das große Interesse an dem Symposium zeigt, wie vielfältig und interdisziplinär Gewaltschutz getragen wird durch Vertreter der Justiz, Polizei, Politik, Beratungsstellen, Medizin und anderen engagierten Akteuren. Sie betont das große Interesse an einem gemeinsamen Vorgehen und Kooperation der beteiligten Professionen. Die Landesstrategie zur Umsetzung der Istanbul-Konvention wird in ihrem Ministerium die Rahmenbedingungen des zivilgesellschaftlichen Hilfenetzes verbessern sowie Frauen und Kinder schützen und stärken.

Die ehemalige Staatsanwältin Dagmar Freudenberg schilderte in einem historischen Überblick die Entstehung der Opferschutzstrategie in Niedersachsen sowie der Istanbul-Konvention. Sie fasste wesentliche Punkte für eine Strategie zusammen: Informationen sollten niedrigschwellig zur Verfügung gestellt werden über (zentrale) Druckerzeugnisse, eine Webseite, Soziale Medien, Beratungseinrichtungen vor Ort, Veranstaltungen und die Zusammenarbeit mit allen Medien (z.B. Podcasts der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.

Die Umsetzung erfolgte in Niedersachsen über die Zusammenarbeit der Ressorts auf Landesebene (Ressort-AG): Justiz, Innen, Soziales und Bildung, MJ, MS, MK. Es braucht eine verantwortliche Stelle im Ministerium als horizontale (Bundesländer) und vertikale Vernetzung auf kommunaler Ebene und Bundesebene. Beratungseinrichtungen benötigen eine gute Personalausstattung. Online-Umsetzung soweit möglich, aber: Einen solche ist nur bedingt geeignet für Senioren, Menschen mit Einschränkungen, kleine Kinder. Spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche sollten geschaffen werden.

Magdalena Ortner stellte das Projekt „Schnelle Hilfe – starke Wirkung! Proaktiver Opferschutz als neuer Standard“, ein Projekt der Opferhilfe Berlin vor. Nur 10% der Betroffenen erhalten derzeit Hilfe und Unterstützung, es gibt viele Informationen, aber die kommen nicht an. Das Berliner Modell sieht vor, dass Hand in Hand Brücken in das Berliner Hilfesystem gebaut werden. Die Einverständniserklärung erteilen die Betroffenen über eine App erteilt. Ein Erklärvideo in 7 verschiedenen Sprachen erläutert das Vorgehen. Nach Meldung der Straftat wird der/die Betroffene proaktiv an die jeweilige Beratungs- und Unterstützungseinrichtung proaktiv vermittelt.

Es wurden zehn Workshops durchgeführt:

  • Workshop 1: „Gewaltschutz im polizeilichen Alltag – zwischen Prävention und Intervention“, POR Michael Brieger, Polizeipräsidium Rostock
  • Workshop 2: „Gewalt ist ein Problem … Nicht nur für die Opfer“, Lutz Potthoff (Gewaltberatung, Tätertherapie und Männerberatung, Kreisdiakonisches Werk Greifswald e.V.)
  • Workshop 3: „Talk safe – Wenn Reden schwerfällt. Opfergespräche zwischen Vertrauen, Scham und Hilfe“, Matthias Höhne (WEISSER RING e.V., Außenstellenleiter Rostock und LK Rostock)
  • Workshop 4: „Opferhilfe Mecklenburg-Vorpommern: Ressourcen für Opfer von Gewalt und Missbrauch", Susanne Noa (Opferhilfe Rostock) und Grit Nagel-Magnus (Opferhilfe Waren)
  • Workshop 5: „Zwischen Anspruch und Realität – Opferschutz nach rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt“, LOBBI Ost
  • Workshop 6: „Opferschutzbeauftragte in Schleswig-Holstein – Aufgaben, Erfahrungen, Herausforderungen“, Ulrike Stahlmann-Liebelt (Opferschutzbeauftragte der Justiz in Schleswig-Holstein)
  • Workshop 7: „Psychosoziale Prozessbegleitung – Was ist das? Begleitung von Kindern und Jugendlichen in Strafverfahren: Der (oft) unbekannte Rechtsanspruch“, Katrin Fandrich (Psychosoziale Prozessbegleiterin, Querschnittsaufgaben der Psychosozialen Prozessbegleitung für den LG-Bezirk Schwerin)
  • Workshop 8: „Gewaltschutz im Sinne der Istanbul-Konvention (IK) – ein Ausblick auf die Landesstrategie zur Umsetzung der IK“, Dörte Lüdeking (Koordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention. Leitstelle für Frauen und Gleichstellung der Landesregierung, JM)
  • Workshop 9: „Die justitiable Beweissicherung der Verletzungen. Wann sinnvoll und wie geht das?, Dr. Britta Bockholdt (Direktorin Institut für Rechtsmedizin, Universitätsmedizin Greifswald)
  • Workshop 10: „Offener Arbeitskreis“,  Dr. Rita Bley (Professorin für Kriminologie, FHöVPR Güstrow)

Die Ergebnisse der Workshops wurden in einer Podiumsdiskussion den Teilnehmenden erläutert. Alle Teilnehmenden waren sich einig: Wir brauchen eine Gewaltschutzstrategie – auch in digitaler Form. Wesentliche Inhalte der Gewaltschutzstrategie sollten sein: interdisziplinäre Zusammenarbeit, Opferhilfe und Unterstützung sichtbar machen, Schutz- und Beratungseinrichtungen explizit nennen, ausreichende Finanzierung, fortlaufende Aktualisierung und Evaluation. Ziel wäre die proaktive Vermittlung aller Gewaltbetroffenen an die jeweilige Beratungs- und Unterstützungseinrichtung und damit die Verbesserung des Opferschutzes.

Das Ergebnis des Symposiums werden die Vorsitzenden der AG Opferschutz, Frau Prof. Dr. Bley und Frau Prof. Dr. Bockholdt in der Herbstvorstandssitzung des Landesrates für Kriminalitätsvorbeugung am 6. November 2025 vorstellen. Die Vorstandsmitglieder werden sich darüber austauschen und einen Beschluss fassen, wie mit dem Ergebnis des Symposiums weiter verfahren werden soll.

Video starten: Symposium Gewaltschuzstrategie MV.mp4

Videodokumentation zum Symposium Gewaltschutzstrategie

Preisverleihung "Sonderpreis Sport statt Gewalt 2025"

Am 14. Juli 2025 wurde zum fünften Mal der Sonderpreis „Sport statt Gewalt“ vom Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung Mecklenburg-Vorpommern (LfK M-V) in Kooperation mit dem Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern verliehen. Seit 2020 werden Sportvereine aus Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet, die sich über ihre eigentliche sportliche Tätigkeit hinaus in besonderer und nachahmenswerter Weise auch um die Vorbeugung und Verhinderung von Gewalt und Kriminalität verdient machen.

Innenstaatssekretär Wolfgang Schmülling als Vorstandsvorsitzender des Landesrates für Kriminalitätsvorbeugung hob in seiner Laudatio anlässlich der Preisverleihung in der Sportschule des Landessportbundes in Warnemünde hervor: „Sportvereine stehen in unserem Land ganz oben als gesellschaftlicher Integrationsfaktor, gerade auch für unsere Jugend. Sporttreiben in der Gemeinschaft und im Verein vermittelt Orientierung, Bindung, Toleranz, fairen Umgang und Akzeptanz von Regeln. Sportangebote haben darüber hinaus auch eine gewaltpräventive Wirkung, denn sie vermindern Gelegenheitsstrukturen für Jugendgewalt und sie stärken die Persönlichkeit.“ Landessportbund Präsident Andreas Bluhm betonte: „Gerade in einer Zeit, in der soziale Spannungen zunehmen und Orientierung oft fehlt, bieten unsere Vereine jungen Menschen Halt, Werte und ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Die Auszeichnung heute zeigt einmal mehr, wie wichtig die Arbeit der vielen engagierten Ehrenamtlichen im Sport für ein friedliches und respektvolles Miteinander ist.“  

Der Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung hatte im Januar 2025 Vereine, die Mitglied im Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern sind, aufgerufen, sich zu bewerben. 16 Vereine hatten sich daraufhin gemeldet. Beeindruckend zu sehen, welchen Prozess die Bewerbungen oftmals durchlaufen, ehe sie die Jury erreichen. Es finden in Kommunen Ausschusssitzungen statt, in denen intensiv beraten wird, welcher Sportverein vorgeschlagen werden soll.

Die sieben Preisträger haben eine Anerkennungsurkunde und jeweils eine Geldprämie in Höhe von 700 Euro erhalten. Die Presseartikel zur Verleihung sind in der angefügten Dokumentation abrufbar.

Die sieben Preisträger sind

  1. Handballsportverein Insel Usedom/Seebad Ahlbeck e. V.

Der HSV Insel Usedom, als einer der größten Sportvereine in der Region mit über 600 Mitgliedern, bietet vielen Sportbegeisterten die Möglichkeit, sich in ihrer Freizeit in vielen Sportarten aktiv zu betätigen. Jugend- und Präventionsarbeit stehen für den Verein an vorderster Stelle!

Ihre Trainer haben neben den sportlichen Zielen u.a. folgende Schwerpunkte im Blick: 

  • Vermittlung von Werten wie Fairplay und Teamplay
  • Deutsch-polnische Verständigung auf der Zwei-Länder-Insel
  • Gewaltprävention, Aggressionsabbau
  • Förderung benachteiligter Kinder

Um diese Ziele zu erreichen, hat der Verein neben dem „normalen“ Trainings- und Wettkampfbetrieb u.a. das deutsch-polnische Projekt „Gemeinsame Insel und gemeinsamer Handball“ ins Leben gerufen.

Die Projektidee auf dem Hintergrund der „Zweiländerinsel“ mit dem Ziel der gegenseitigen Akzeptanz, Abbau von Vorurteilen wurde gemeinsam von Sportschullehrer*innen, Schüler*innen und dem Verein entwickelt und erarbeitet. Ziel ist es, eine starke deutsch-polnische Handballmannschaft zu gründen. Die Vorbereitung, Kooperation und Abstimmung zu diesem Projekt erfolgte gemeinsam mit dem polnischen und dem deutschen Projektpartner (der Gemeinde Stadt Świnoujście, der Grundschule Nr.1 in Świnoujście, der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf und dem Verein HSV Insel Usedom). 

  1. HSG Uni Rostock e. V.

Seit der Gründung vor mehr als 75 Jahren engagieren sich Verantwortliche, ob Übungsleiter*innen, Trainer*innen und vor allem die Sportler*innen aktiv in ihrem jeweiligen Umfeld für Frieden, Freundschaft und Völkerverständigung.

Das „Bewerbungsschreiben“ für den Sonderpreis „Sport statt Gewalt 2025“ enthält eine Fülle von Aktivitäten im Bereich der Kriminalprävention wie das entschlossene Eintreten der Mitglieder bei Wettkämpfen, um Aktive, Angehörige mit offenkundigem Migrationshintergrund, mit verschiedensten religiösen Ansichten oder Diversitätshintergründen der LGBTQ-Bewegung zu schützen und zu verteidigen.

Ausgezeichnet wurde der Verein insbesondere für das von mehreren jungen HSG-Mitgliedern entworfene, erarbeitete und umgesetzte Jugendschutzkonzept. Vor allem für die HSG-Abteilungen mit großen Jugendbereich. (Sexualisierte) Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist ein Thema, das in der täglichen Arbeit immer wieder begegnen kann. Deshalb ist der Schutz der Kinder und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt und Diskriminierung besonders wichtig. Genauso der Schutz der Trainer*innen und Betreuer*innen vor möglichen haltlosen Verdächtigungen in diesem sensiblen Bereich.

Das Jugendschutzkonzept enthält Verhaltensregeln 

  • im Umgang mit Kindern und Jugendlichen für Trainer*innen/ Übungsleiter*innen/ Betreuer*innen
  • für Kinder/ Jugendliche und Sportler*innen und
  • für Eltern.

Die HSG Uni Rostock e. V. schafft mit ihrem Engagement eine „Kultur des Hinsehens“ und des „Achtgebens“ und damit ein Umfeld, in dem respektvoll und achtsam mit den ihr anvertrauten Kindern, Jugendlichen und Verantwortli-chen umgegangen wird. 

  1. TSV Friedland 1814 e.V.

Mit dem TSV Friedland 1814 e. V. wird der älteste Sportverein Deutschlands ausgezeichnet. Er steht allen an sportlicher Betätigung Interessierten offen. Zur Erreichung seiner Ziele arbeitet der Verein eng mit den politischen Verantwortlichen, mit den Verwaltungen in Stadt, Kreis und Land zusammen.

Als Mitglied im Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern bekennt sich der Verein in seiner Satzung klar zu den Werten Fairness, Toleranz, Demokratie und Gewaltfreiheit. Jegliche Form von Gewalt, Intoleranz und Rassismus wird entschieden abgelehnt. Besonders hervorzuheben ist das außergewöhnliche Engagement des Vereins im Bereich der Integration. Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Migrationshintergrund treiben hier gemeinsam Sport - ohne Unterschiede und Barrieren.

Der Verein leistet im Rahmen seines sozialen Engagements präventive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und pflegt deshalb enge Kontakte zu den Schulen und Kindergärten (gemeinsame Aktionen im Rahmen "Schule und Verein", "Kindergarten und Verein", "Sport statt Gewalt", "Bewegte Kinder", "Kinder- und Jugendspiele").

Der Erziehung der Sportler*innen dient vor allem die Aktion "Für Toleranz - gegen Gewalt im Fußball" und eine Kooperationsvereinbarung mit dem Polizeirevier Friedland.

Auch auf gesellschaftlicher Ebene übernimmt der TSV Friedland 1814 e.V. Verantwortung. Als aktives Mitglied im Kommunalen Präventionsrat der Stadt engagiert er sich nachhaltig für Projekte zur Verbesserung der Lebensqualität in Friedland und der Umgebung. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt sowie Partnern wie dem AFZ e.V. (Ausbildungsförderzentrum) werden Initiativen umgesetzt, die das soziale Miteinander stärken und einen wertvollen Beitrag zur Gewaltprävention leisten. 

  1. FC Pio Torgelow e.V.

Ein außergewöhnliches Fußball-Team ist der FC Pio e.V. mit Spieler*innen aus Syrien, Ghana, Afghanistan, Algerien, Sierra Leone, der Ukraine und Deutschland. Thomas Eichstädt trainiert im östlichen Mecklenburg-Vorpommern die Fußballmannschaft FC Pio, die sich aus einem Torgelower Jugendclub entwickelt hat und von vielen geflüchteten Jugendlichen besucht wird.

Der Trainer Thomas Eichstädt engagiert sich außerdem ehrenamtlich in der Jugendberatungs- und Begegnungs-stätte Torgelow im Stadtteil Spechtberg (Jugendclub der AWO Sozialdienste Uecker-Randow gGmbH), die hauptsächlich Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern mit Migrationshintergrund besuchen.

Das Engagement des Vereins lässt sich mit vielen weiteren Aktivitäten ergänzen, beispielsweise 

  • Vorbereitung und Durchführung beim Kindertags- und Integrations- und Demokratiefest,
  • Zusammenarbeit mit dem Integrationsbeauftragten des Landkreises Vorpommern Greifswald,
  • dem Vorsitzenden des Jugendausschusses des Fußballverbandes Vorpommern-Greifswald e.V. wie dem Geschäftsführer des Kreissportbundes Vorpommern-Greifswald e.V.
  • Fußballturnierteilnahmen beispielsweise im Rahmen der internationalen Woche gegen Rassismus, beim Hallenheimturnier in Torgelow im Rahmen des Projekts "FAIRSTÄNDNIS".

Die Geschichte des FC Pio wurde sogar Stoff für einen Dokumentarfilm. Die preisgekrönte Dokumentarfilm-Autorin Loraine Blumenthal aus Berlin hat den Dokumentarfilm „Im Osten was Neues“ über den FC Pio und das Engagement von Thomas Eichstätt erstellt, der beim 34. Filmkunstfest in Schwerin seine Uraufführung feierte und auf dem „Dokfest“ in München im Mai 2025 lief. 

  1. SV „Rot-Weiß“ Penkun e.V.

Insbesondere im Kinder-und Jugendbereich leistet der Penkuner Sportverein „Rot-Weiß" e.V einen großen Beitrag, in dem Fairness, Achtung und Respekt im Vordergrund stehen. Integriert sind in allen Abteilungen polnische und ukrainische Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die aktiv Sport treiben sowohl im Trainings - als auch im Punktspielbetrieb. Ein reger Austausch erfolgt seitens der vielen ehrenamtlich tätigen Vereinsmitglieder mit den ansässigen Schulen und Kindereinrichtungen.

Herausragende Beispiele der Integration sind die seit vielen Jahren durchgeführten Internationalen Kinderfußballtur-niere am 1. Mai, wie auch die große Hilfsaktion im März 2022 bei der Aufnahme von ukrainischen Flüchtlingen. Der Sportverein hat der Stadt Penkun seinen VW-Bus zur Verfügung gestellt, um Frauen mit ihren Kindern und Sachspenden zu transportieren sowie Sportschuhe und Trainingssachen gesammelt, um die ukrainischen Kinder am Fußballtraining teilnehmen zu lassen. Neben der Integration hat sich auch der Sportverein Rot-Weiß Penkun e.V. mit einem Schutzkonzept für eine Verbesserung des Kinder- und Jugendschutzes im Kontext der sexualisierten Gewalt stark gemacht.

  1. Fanatic D!ance e.V.

Der Tanzverein aus Güstrow hat sich einem Hauptgedanken verschrieben: Einen Ort zu gestalten und zu pflegen, an dem das Tanzen nicht allein im Vordergrund steht.  Das Miteinander, Teamwork, Toleranz, Akzeptanz und der Glaube an sich selbst sollen geweckt und gestärkt werden.

Eine Fülle von unterschiedlichsten Projekte hat der Verein organisiert, wie 

  • 2021 einen „Flashmob“ zugunsten ausgewählter Kinderschutzprojekte. Im Rahmen dieses Projektes namens „Kinder haben Rechte - das ist selbstverständlich! Punkt!“ hat der Verein eine Choreografie erstellt, ein Tutorial gedreht und ortsansässige Schulen, Kitas sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen mit ins Boot geholt. Am Tag des „Flashmobs“ war der Marktplatz in Güstrow mit über 500 Tänzer*innen gefüllt und haben auf die Rechte von Kindern und Missstände zu dem Thema aufmerksam gemacht. Die „ertanzten“ 2.500 EUR wurden an Kinderschutzprojekte gespendet. 
  • Im November 2022 hat der Verein eine Benefiz Show im Ernst-Barlach-Theater auf die Beine gestellt, deren Erlös von 9.000 EUR an Kinderschutz-Projekte gespendet wurde. 
  • 2025 heißt das Schwerpunktthema „Nein heißt Nein!“. Ziel des Projektes ist es, das Selbstwertgefühl sowie die Körperwahrnehmung zu stärken und Dinge, die sich „doof“ anfühlen, auch aussprechen zu dürfen. Kinder und Jugendliche möchten Sie damit stark machen und vor Gewalt jeglicher Art schützen.

Auch hat sich der Verein ein beeindruckendes Präventions- und Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen (Kinderschutzkonzept) gegeben. 

  1. Kampfkunstverein Jion e. V.

Bereits seit der Gründung des Vereines im Jahr 2008 bietet er kontinuierlich Projekte zur Gewaltprävention an. Die Bandbreite reicht von Angeboten innerhalb des Vereins bis hin zu Schulen und anderen sozialen Einrichtungen.  Besonderer Wert wird auf die Thematik gewaltfreie Konfliktlösung gelegt. 

Neben der klassischen Vereinsarbeit zeichnet sich der Kampfkunstverein Jion e.V. mit intensiver Projektarbeit in den Schulen und Kitas in Güstrow aus. Die Projekte werden mit den Präventionsbeamten der Polizei abgestimmt und teilweise auch gemeinsam mit der Polizei durchgeführt. 

Beispielsweise 

  • werden vom Verein reine Gewaltpräventionsangebote an den Schulen durchgeführt. Das Projekt „Cool bleiben" wird an der Inselseeschule als Ganzjahreskurs im Rahmen der Ganztagsbetreuung durchgeführt. Hier geht es um gewaltfreie Konfliktlösung und das Verhindern von Mobbing. 
  • Zum Schuljahresbeginn besuchen die Trainer des Vereins seit vielen Jahren die Grundschulen. Den Kindern der 1. Klassen werden dabei Hinweise gegeben, wie sie ich gegenüber Erwachsenen verhalten sollten, um kein Opfer zu werden.

13. Landespräventionstag 2025 "Augen auf! Gewaltprävention in der Pflege"

Gewaltprävention in der Pflege stand beim 13. Landespräventionstag „Augen auf! Gewaltprävention in der Pflege“ am 3. Juli 2025 in der Hochschule Neubrandenburg im Mittelpunkt, ein sehr vielschichtiges Thema.

Die Pflege - ob in der eigenen Häuslichkeit oder stationär - ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die nicht nur physische, sondern auch emotionale Herausforderungen mit sich bringt. In diesem Kontext ist es von großer Bedeutung, dass wir uns als Gesellschaft gemeinsam für eine gewaltfreie Pflege einsetzen. Diese Botschaft richtete sich an Pflegende, An- und Zugehörige, Pflegedienste, Selbsthilfegruppen, Ärzte, Justiz und Polizei gleichermaßen. Gewalt in der Pflege reicht von körperlicher Übergrifflichkeit bis hin zu subtileren Formen wie Vernachlässigung oder verbaler Gewalt. Unabhängig von der Erscheinungsform hat Gewalt in der Pflege gravierende Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit der Betroffenen. Gewalt in der Pflege ist inakzeptabel und steht im Widerspruch zu den ethischen Grundsätzen der Pflege. Es ist daher wichtig, Anzeichen von Gewalt zu erkennen und angemessene Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit und das Wohlbefinden aller Beteiligten zu gewährleisten.

Im Rahmen des Landespräventionstages begleitet von Fachvorträgen und Workshops wurde diese Problematik in einer offenen Atmosphäre und differenziert angesprochen, umfassend informiert, um so alle Beteiligten zu sensibilisieren. Wir durften rund 180 Teilnehmer*innen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Pflege, der Landespolizei, den Kommunen und Landkreisen, Organisationen und Vereinen aus MV und letztlich Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Bundesrepublik begrüßen. Innenstaatssekretär Wolfgang Schmülling als Vorstandsvorsitzender des Landesrates für Kriminalitätsvorbeugung und Sozialministerin Stefanie Drese haben in einem einführenden Gespräch unter der Moderation von Dörthe Graner (NDR) wichtige Statements zu den Schwerpunkten des Landespräventionstages abgegeben.

Herausragender Moment war die Preisverleihung mit dem „Oscar der Prävention“ an drei Preisträger des Landespräventionspreises 2025 sowie die Verleihung von Anerkennungsurkunden an zwei Verbände (nähere Informationen zu Preisträger ersehen Sie in der als Dokument angefügten „Kurzinfo Preisträger Landespräventionspreis 2025 und Anerkennungsurkunde“).

Die Impulsvorträge von Prof. Dr. Stefan Schmidt (Hochschule Neubrandenburg) „Gewalt erkennen, verstehen und verhindern – Eine Betrachtung aus Sicht der Pflegewissenschaft und Pflegepraxis“ und von Prof. Dr. Thomas Görgen (Deutsche Hochschule der Polizei Münster) „Gewalt in der Pflege und ihr Dunkelfeld – Handlungsansätze für die Polizei und darüber hinaus“ ermöglichten der interessierten Zuhörerschaft einen guten Einstieg in die umfassende Thematik.

Die acht Workshops

  1. „Unsichtbares sichtbar machen! Anspruch und Wirklichkeit von Gewaltschutzkonzepten in der Pflege“ (Michael Katzer, Stabsstelle institutionelle Ethik DRK-Kreisverband Steinfurt e. V.)
  2. „Gewaltsituation in der familiären und ambulanten Pflege erkennen, lösen, verhindern“ (Jenny Pöller, M.A. Soziale Arbeit, Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin, Hochschule Neubrandenburg/BTU Cottbus Senftenberg)
  3. „Gewaltsituationen in der stationären Pflege und sonstigen Wohnformen erkennen und lösen“ (Jann Niklas Vogel, M.Sc. Gesundheitsund Krankenpfleger, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt NAHVERSORGT an der Hochschule Neubrandenburg)
  4. „Ist das schon Gewalt? Ja / Nein / Vielleicht?“ (Robert-M. Vetter, Fachpfleger für Psychiatrie, Co-Therapeut [VT], Deeskalationstrainer [ProDeMa®])
  5. „Erkennbarkeit von relevanten Verletzungen und Verhaltensstrategien für Betroffene“ (Dr. Fanziska Stobbe und Dr. Julia Wudtke, Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Rechtsmedizin)
  6. „Wer steht hier eigentlich im Mittelpunkt – Deeskalation im Spannungsfeld zwischen Patientenrechten und Eigenschutz des Personals“ (Kay Grawe, Krankenpfleger, Deeskalationstrainer)
  7. „Was kann kommunale Gesundheitsförderung zu Gewaltprävention in der Pflege beitragen?“ (Sylvia Wellhausen, freiberufliche Gesundheitswissenschaftlerin, Master Public Health [MPH}, Diplom-Soziologin)
  8. „Herausforderungen für Angehörige von Demenzkranken – Schreckgespenst Demenz – was tun bei Aggression?“ (Uwe Hildebrandt, Direktor KerVita Senioren-Zentren)

veranschaulichten die Vielfalt des Themas und waren sehr gut besucht. Die Auswertung der Workshops „Herausforderungen, Lösungen, Visionen für eine gelungene Prävention“ spiegelte eine lebendige Auseinandersetzung der Teilnehmenden wider und nahm für die verschiedenen Berufsgruppen wichtige Impulse in die „Themenspeicher“ auf. Einen positiven Abschluss setzte Maximilian Ziesche (Techniker Krankenkasse, Landesvertretung MV) mit der Präsentation eines Best-Practice Beispiels, dem „Gewaltpräventions-Projekt PEKo für mehr Sicherheit in der Pflege“. Nähere Informationen zu den Referentinnen und Referenten erhalten Sie in dem Dokument „Referententableau 13. Landespräventionstag“.

Eine Ausstellermesse mit landesweiten Vertreter*innen – ob Land, Vereine, Initiativen und Organisationen – hat einen konstruktiven Austausch ermöglicht und Hilfsangebote in unserem Land verdeutlicht.

Fachtag Sexuelle Übergriffe im digitalen Raum am 26. Februar 2025 in Greifswald

Die digitale Kommunikation durchdringt heute alle Lebensbereiche, besonders die unserer Kinder und Jugendlichen. Damit wachsen aber auch die Herausforderungen und Gefahren im digitalen Raum. Cybermobbing und sexuelle Übergriffe im Netz sind nicht mehr nur Randthemen, sondern sie betreffen viele junge Menschen. Dies erfordert unser aller Einsatz, vor allem in der Schule und Gesellschaft, um Jugendliche zu stärken, ihnen Schutz und Orientierung zu bieten und sie dabei zu unterstützen, sich sicher in der digitalen Welt zu bewegen.

Über 350 Teilnehmer*innen nahmen an der der diesjährigen Fachtagung mit dem Titel „Sexuelle Übergriffe im digitalen Raum – junge Menschen stark machen“ teil. Im Rahmen der Veranstaltung konnten sie an Diskussionen zu Themen wie Cyber-Grooming und Prävention digitaler Gewalt sowie am Ideenprozess zur Frage, wie Fachkräfte gezielt handlungsorientierte Ansätze entwickeln können, teilhaben.

Die Fachtagung begann mit einem moderierten Gespräch zu den Herausforderungen im Umgang mit u.a. Cybermobbing und Sextortion, in dem neben Innenminister Christian Pegel und Bildungsministerin Simone Oldenburg die Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Kerstin Claus, referierten. Darauf folgten zwei spannende Impulsvorträge der Diplom-Psychologin und Autorin Julia von Weiler und der Rechtsanwältin Gesa Gräfin von Schwerin. Nach den Vorträgen und dem Besuch des Ausstellerbereiches, in dem sich u.a. der Kinderschutzbund Landesverband M-V, die Psychosoziale Prozessbegleitung (Landgerichtsbezirk Schwerin), der Verein Innocence in Danger e.V., der Landessportbund M-V,  die UBSKM, Präventionsbeamte Polizeiinspektion Anklam oder die MISS Beratungsstelle Stralsund präsentierten, hatten alle Teilnehmenden die Möglichkeit. in interessanten Workshops handlungsorientierte Ansätze kennen zu lernen, Inhalte zu erarbeiten und konkrete Maßnahmen zu entwickeln, die im eigenen Arbeitsalltag zur Prävention und zum Schutz junger Menschen beitragen können.

Die Ergebnisse der Workshops wurden im Anschluss in einer Kurzpräsentation allen Teilnehmenden vorgestellt. Die Teilnehmenden haben einen Link zu einer digitalen Pinnwand (Task Card) mit den gesammelten Unterlagen zum Fachtag an der Universität Greifswald erhalten, der die Dokumentations- und Informationsmaterialien übersichtlich beinhaltet.

4. Interdisziplinäre Opferschutztagung: „Der Feind in meiner Tasche“ – Herausforderungen im Umgang mit Cyberstalking am 27. November 2024 in Güstrow

Gewalt hat viele Gesichter. Digitale Gewalt – als eine neuere Gewaltform – birgt neue Herausforderungen in der Bekämpfung von Gewalt. Cyberstalking kann oft unentdeckt geschehen. Täter und Täterinnen verschaffen sich Zugriff auf digitale Geräte und verfolgen unerkannt Aktivitäten. Auch dann, wenn die betroffene Person sich in Sicherheit wägt. Der digitale Feind geht mit – in der eigenen Tasche. In der effektiven Bekämpfung von Cyberstalking ist es daher unerlässlich, erkennen zu können, wann eine Person sich Zugang zu einem Endgerät verschafft und wie diese gesichert werden können. Hierdurch werden Betroffene geschützt, ebenso wie Hilfeeinrichtungen und Behörden, die sich der Bekämpfung von häuslicher und sexualisierter Gewalt verschrieben haben.

 Der Einladung zur 4. Interdisziplinäre Opferschutztagung als gemeinsame Veranstaltung des Landesrates für Kriminalitätsvorbeugung und des Justizministeriums sind rund 150 Teilnehmer*innen aus den Bereichen der Polizei, der Justiz, der Kommunen wie Landkreisen und des Beratungs- und Hilfenetzwerks Häusliche Gewalt in MV gefolgt. Beginnend mit einer spannenden „Lesung und Talk“ mit Rechtsanwältin Christina Clemm aus ihrem Buch „Gegen Frauen Hass“ wurden die Teilnehmer*innen durch die Spirale patriarchaler Gewalt geführt. Clemm hat aufgezeigt hat, was getan werden muss. Mit Expertinnen und Experten wurden die Grundlagen des Umgangs mit Cyberstalking beleuchtet. Julia Hau von der Uni Bonn hat eine juristische Einordnung vorgenommen. Jekaterina Anzupowa von EinTeam.org stellte erste Tipps zum Umgang mit Cyberstalking vor. In Workshops konnten die Teilnehmer*innen mit Referentinnen und Referenten lernen, Smartphones oder Standorte abzusichern und Tracker zu finden. Zudem wurde ein Workshop zu den Möglichkeiten und Grenzen der polizeilichen Prävention im Zusammenhang mit Cyberstalking angeboten.

 Die Ergebnisse der Workshops wurden in einem Podiumsgespräch ausgewertet. Der Minister für Inneres, Bau und Digitalisierung Christian Pegel und die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt sprachen in der Podiumsdiskussion über Tat-Erkennung und Prävention. Zum Abschluss gab Frau Burkard vom bff eine „digitale Erste Hilfe“ für frauenspezifische Einrichtungen an die Hand, um das Gelernte in der Praxis umzusetzen. Für die Teilnehmer*innen gab einen Rucksack mit „Erste Hilfe Tipps“, die gerne mitgenommen wurden.

 

30 Jahre Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung Mecklenburg-Vorpommern

Der Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung in Mecklenburg-Vorpommern (LfK) feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass hat am 15. Oktober 2024 im Plenarsaal des Schweriner Schlosses, dem Herzstück der Demokratie, ein Festakt stattgefunden. Der LfK war der erste Landesrat, der nach der Wende in den ostdeutschen Bundesländern gegründet wurde.

Der Einladung von Innenminister Christian Pegel, dem Vorsitzenden des LfK, waren viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter zahlreicher Organisationen, Verbände und Vereine gefolgt, die in den vergangenen 30 Jahren den Aufbau und die Arbeit des Landesrates für Kriminalitätsvorbeugung nicht nur interessiert beobachtet und mit Sympathie begleitet, sondern ganz maßgeblich mitgestaltet haben: Ein starkes Zeichen der gesamtgesellschaftlichen Verankerung, die sich der LfK in den vergangenen 30 Jahren auf Landes- und Kommunalebene in Mecklenburg-Vorpommern erworben hat.

Dass die Landespolizei mit dem Inspekteur der Landespolizei, dem LKA Chef wie der Präsidentin und dem Präsidenten der beiden Polizeipräsidien vertreten war, machte deutlich: Die Landespolizei ist in vielerlei Hinsicht ein wichtiger und vor allem verlässlicher Partner des Landesrates für Kriminalitätsvorbeugung.

Innenminister Christian Pegel und Landtagspräsidentin Birgit Hesse würdigten in Ihren Grußworten die gesellschaftlich bedeutsamen Präventionsaktivitäten des Landes.

Ein hochrangig besetzter Diskussionskreis unter Teilnahme von Prof. Dr. Andreas Beelmann, dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Deutsches Forum Kriminalprävention (BMI), Erich Marks, dem Geschäftsführer des Deutschen Präventionstags, Prof. Dr. Rita Bley, Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege M-V wie Rechtsanwältin Gesa Gräfin von Schwerin, nahm die geladenen Gäste auf eine kleine Zeitenreise mit und blickte auf die notwendigen Veränderungen der Präventionsarbeit angesichts der neuen Herausforderungen.

In seinem Festvortrag veranschaulichte Prof. Marc Coester die Entwicklungslinien der Kriminalprävention und unterstrich die Chancen, die eine weitere Professionalisierung in der Präventionsarbeit mit sich bringen werden. Mit neu konzipierten wissenschaftlichen Formaten seien wichtige Voraussetzungen dafür geschaffen worden. Der Kinderchor „VoGGS“ des Schweriner Goethegymnasiums legte einen besonderen Zauber mit seinem Auftritt über den Abend.

Innenminister Christian Pegel und Staatssekretär Wolfgang Schmülling ehrten den ehemaligen Geschäftsführer des LfK, Armin Schlender, der 25 Jahre die Geschicke des Landesrates entscheidend geprägt hat.

Wir werden die Herausforderungen der Kriminalprävention weiter gemeinsam annehmen mit einem Ausblick:

  • Prävention ist langfristig gut investiertes Geld. Daran darf nicht gespart werden.
  • Prävention muss selbstbewusster werden und ihren Wert besser kommunizieren.
  • Wir brauchen mehr Professionalisierung, Evaluierung und noch mehr Qualifizierung in der Prävention. Auch das kostet gutes Geld!
  • Kriminalprävention lebt von einem breiten, lebendigen und heterogenen Netzwerk!

3. Interdisziplinäre Opferschutztagung „Täter und Täterinnen im Fokus – Opferschutzorientierte Täterarbeit im Kontext häuslicher Gewalt“ am 16. November 2023 in Neustrelitz

Mit Padlet erstellt

12. Landespräventionstag „Sport statt Gewalt - Hass, Sexismus, Extremismus entgegentreten!“ am 22. Juni 2023 im Ostseestadion Rostock

Der 12. Landespräventionstag ist "Geschichte".

Wir durften am 22. Juni 2023 im Ostseestadion über 220 Teilnehmer*innen aus den Bereichen des Sports, der Landespolizei, den Kommunen und Landkreisen, Organisationen und Vereinen rund um die politische Bildung, dem Netzwerk Demokratie und Toleranz, Vertretern von Präventionsräten aus MV und letztlich Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Bundesrepublik begrüßen.

Innenminister Christian Pegel als Vorsitzender des Landesrates für Kriminalitätsvorbeugung, Sportministerin Stefanie Drese und der Präsident des Landessportbundes Andreas Bluhm haben in einem einführenden Gespräch, unter der Moderation von Dörthe Graner (NDR), wichtige Statements zu den Schwerpunkten des Landespräventionstages abgegeben.

Herausragend war die Preisverleihung mit dem „Oscar der Prävention“ an die drei Preisträger des Landespräventionspreises 2023 sowie die Verleihung von Anerkennungsurkunden an fünf Verbände/Vereine, in den drei Kategorien.

 Übersicht der Preisträger: 

Preisträger mit einem Pokal, einer Urkunde und einem Preisgeld von je 1.000 EUR

 

Kategorie

Verein

1

Sexualisierte Gewalt

Kreissportbund Ludwigslust-Parchim e. V.

2

Sport und Extremismus

Kreissportbund Vorpommern-Greifswald e. V.

3

Gewalt im Amateurfußball

Kreisfußballverband Westmecklenburg e. V.

 

Anerkennungsurkunden und ein Preisgeld von je 500 EUR

 

Kategorie

Verein

1

Sexualisierte Gewalt

Polizeisportverein Rostock e. V.

2

Sexualisierte Gewalt

Landeskanuverband Mecklenburg-Vorpommern 1990 e. V.

3

Sport und Extremismus

Sportjugend im Kreissportbund Vorpommern-Rügen e. V.

4

Sport und Extremismus

Soziale Bildung e. V.

5

Gewalt im Amateurfußball

Sportclub Parchim e. V.

Hauptreferentin Frau Prof. Dr. Bettina Rulofs von der Deutschen Sporthochschule Köln (Institut für Soziologie und Genderforschung, Professur für Diversitätsforschung im Sport) hat in ihrem Vortrag:  „Sexualisierte Gewalt und Missbrauch im Sport – vom Tabu zur Prävention und Aufarbeitung?!“ Fakten, Statistiken präsentiert, die die Dimension der sexualisierten Gewalt und des Missbrauchs (Schwerpunkt noch im Dunkelfeld) anschaulich aufgezeigt hat. Und sie hat aus der am 27. September 2022 veröffentlichten Studie der "Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs" der Bundesregierung die Betroffenen mit Zitaten mit bewegenden Zitaten zu Wort kommen lassen.

Die drei Workshops

  • Workshop 1 (sexualisierte Gewalt/Kinderschutz) „Schutzkonzepte in Sportvereinen – Prävention, Intervention, Aufarbeitung“
    Referentin: Prof. Dr. Bettina Rulofs (Institut für Soziologie und Genderforschung - Sporthochschule Köln)
  • Workshop 2 (Sport und Extremismus/Rassismus) Rechtsextremismus im Sport - Prävention und Gegenstrategien“
    Referenten:
    Robert Claus (forscht im Bereich Fankulturen, Rechtsextremismus und Hooligans)
    Janni Umlauf (Politische Bildung) 
  • Workshop 3 (Gewalt im Amateurfußball) "Fairplay auf und neben dem Platz - Notwendigkeit und Möglichkeiten der Gewaltprävention im Amateurfußball"
    Referent: Dr. Heiko Lex, Präsident des Landesfußballverbandes Mecklenburg-Vorpommern

waren ausgesprochen gut besucht. Der Austausch war intensiv und konstruktiv – und wie berichtet wurde auch nachhaltig: Das Telefon des Landessportbundes stand einen Tag nach dem Landespräventionstag nicht still: Anfragen für Workshops bspw. von Sicherheitsbehörden und Vereinen zur Unterstützung in der Arbeit bei Sport und Extremismus.

Die Ergebnisse wurden u.a. im Rahmen von Graphic Recording festgehalten.

Interdisziplinäre Fachtagung „Aussage gegen Aussage – (k)ein Grund zur Einstellung des Strafverfahrens wegen häuslicher Gewalt?!“ am 4. Mai 2022

Die Zahl der polizeilichen Einsätze aufgrund von häuslicher Gewalt stieg in den letzten Jahren stetig an. Wie hoch sind jedoch die Erfolgsaussichten bei der strafrechtlichen Verfolgung des gewaltausübenden Teils? Der Ausgang dieses Verfahrens kann mitentscheidend sein für das familiengerichtliche Verfahren. Die Chancen von betroffenen Frauen und ihren Kindern auf ein gewaltfreies Leben werden damit deutlich erhöht.

Im Jahr 2019 haben das Innenministerium und das Sozial- und Gleichstellungsministerium gemeinsam zu praktischen Einblicken in erfolgreiche Kooperationsmodelle zum Schutz besonders gefährdeter Frauen im Kontext von Partnerschaftsgewalt eingeladen. Die von der Praxis gewährten und sich aus den Gesprächen gegebenen Einblicke haben bestätigt, dass die multiinstitutionelle Zusammenarbeit von staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen ein wichtiger Baustein für die Verbesserung des Schutzes der Betroffenen von häuslicher und sexualisierte Gewalt ist.

Prof. Dr. Katharina Beclin und Dr. Birgitt Haller haben Praxisfälle von häuslicher und sexualisierter Gewalt untersucht und die Gründe für den Erfolg oder auch Misserfolg eines Verfahrensausgangs analysiert und in Studien zusammengefasst. Ihre Vorträge bilden den Einstieg in den interessanten Fachtag.

Die im Anschluss in den Workshops eingebrachten Einblicke und Ergebnisse werden dann in einem Bühnengespräch von Vertreterinnen und Vertretern aus verschiedenen Berufsfeldern beleuchtet und unter Einbringung von eigener Praxiserfahrung diskutiert.

Wir laden Sie herzlich ein, virtuell an der interdisziplinären Tagung „Aussage gegen Aussage – (k)ein Grund zur Einstellung des Strafverfahrens wegen häuslicher Gewalt?!“ teilzunehmen.

Hier fand am Mittwoch, 4. Mai 2022, der Livestream statt.

Video starten: LFK Veranstaltungen 2022 Opferschutztagung Video
Video starten: LFK Veranstaltungen 2022 Opferschutztagung Video

(Die Liveübertragung wurde während der Workshops und während der Mittagspause unterbrochen und zum Bühnengespräch zur Auswertung der Workshops, zu einem weiteren Fachvortrag und zum Abschluss der Veranstaltung fortgeführt.)

Wir bedanken uns für Ihre Teilnahme.

11. Landespräventionstag - „Kein Kind alleine lassen – Kinderschutz geht uns alle an!?“ am 4. Juni 2021 in der Stadthalle Greifswald

Mit der Wahl des Mottos „Kein Kind alleine lassen - Kinderschutz geht uns alle an!?“ greifen der Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung und die Landespolizei ein Thema für den 11. Landespräventionstag 2021 auf, welches allen Akteuren in der gesamtgesellschaftlichen und polizeilichen Prävention besonders am Herzen liegt. Ein gesundes und sicheres Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern ist uns allen ein zentrales Anliegen. Der weit überwiegende Teil der Kinder und Jugendlichen erlebt dies erfreulicherweise. Und dennoch gibt es immer wieder Fälle, in denen Kinder und Jugendliche (sexualisierter) Gewalt und Vernachlässigung ausgesetzt sind.

 Dies gilt es möglichst frühzeitig zu erkennen und zu verhindern! Hierfür müssen alle im Kinderschutz tätigen Disziplinen eng zusammenarbeiten. Der Blick über den eigenen Tellerrand und der Wille zur Kooperation bilden hierfür wichtige Voraussetzungen – ganz gleich ob in Kita, Schule, Jugendamt, Rechtsmedizin, Polizei oder Familiengerichten, um nur einige Akteure zu nennen. Für ein erfolgreiches Miteinander ist es entscheidend, ein Verständnis von der Arbeit der im Kinderschutz Tätigen zu haben. Wissen wir, was diese brauchen? Wonach müssen wir fragen oder worauf achten, damit keine Informationen verloren gehen? Hier will der 11. Landespräventionstag am 4. Juni 2021 in der Stadthalle Greifswald ansetzen und ein Forum zum gemeinsamen Austausch und zur weiteren Vernetzung sowie Information bieten.

Wir laden Sie herzlich ein, am 11. Landespräventionstag „Kein Kind alleine lassen – Kinderschutz geht uns alle an!?“ teilzunehmen. Wir wollen fachübergreifend diskutieren, die öffentliche Aufmerksamkeit schärfen, für den Kinderschutz sensibilisieren und neue Impulse setzen. Um gemeinsam den Prozess der besseren Kooperation der verschiedenen Disziplinen zu begleiten: damit aus Schnittstellen Nahtstellen im Kinderschutz werden!

Hier gelangen Sie am Freitag, 4. Juni 2021, zum Livestream.

(Die Liveübertragung wird während der Mittagspause und während der Workshops unterbrochen. Wir laden Sie aber herzlich ein, ab 15.00 Uhr wieder live zum Podiumsgespräch zur Auswertung der Workshops und zum Abschluss der Veranstaltung dabei zu sein.)